Fabian Keck und seine 167,5 Kilo, die keiner so kommen sah

Bericht zur Sachsenmeisterschaft im Bankdrücken 2026 in Bad Lausick

Energie, Eisen und Emotionen bei der SM Bank 2026

Lesedauer: circa 10 Minuten

Bad Lausick. Wer am vergangenen Samstag die alte Turnhalle der Grundschule in Bad Lausick betrat, nahm schon im Eingangsbereich den unverwechselbaren Mix aus Kreidepulver, altem Holzfußboden und frisch gebrühtem Kaffee wahr. Aus der Halle selbst drang währenddessen das dumpfe Aufschlagen schwerer Hantelscheiben – ein akustisches Zeichen dafür, dass hier kein gewöhnlicher Sportbetrieb lief. Während sich draußen mildes Maiwetter über die Kurstadt legte, herrschte drinnen die pure Wettkampfatmosphäre, gepaart mit konzentrierten Blicken, leisem Rechnen und kurze Absprachen. „Genau solche Meisterschaften machen den besonderen Charakter unseres Sports aus. Wenn die Besten aus dem Freistaat aufeinandertreffen, sind Nervenkitzel und Spannung fast schon garantiert“, sagte Vereinsleiter Falk Wosch über die traditionsreiche Kraftsportveranstaltung, die der hiesige KSV erneut mit großer Hingabe organisiert und ausgerichtet hat. Insgesamt 71 Athleten aus dem gesamten Freistaat reisten an, um sich im RAW- sowie im Equipped-Bankdrücken zu messen. Mittendrin präsentierte sich ein Dutzend Starter aus Bad Lausick in beeindruckender Form. Mit starken Leistungen, persönlichen Bestmarken und ausgeprägtem Teamgeist setzte der Gastgeberverein ein deutliches Ausrufezeichen auf Landesebene. Das Resultat fiel entsprechend eindrucksvoll aus: Kein Athlet aus der Kurstadt blieb ohne Podestplatz. Am Ende standen sechs Gold-, fünf Silber- und eine Bronzemedaille zu Buche.

Brüderduelle und Podiumsdruck in den Jugend- und Juniorenklassen

Den Anfang machten die Jüngsten aus der Kurstadt. In der Jugendklasse bis 74 Kilogramm Körpergewicht stellten sich Alexander Kühne und Benjamin Plath der Hantel und lieferten sich ein vereinsinternes Duell, das an Spannung kaum zu überbieten war. Kühne arbeitete sich mit einer ruhig aufgebauten, technisch sauberen Serie bis auf 80 Kilogramm vor und holte sich damit den Sieg. Plath stand ihm in nichts nach, drückte ebenfalls souveräne 80 Kilogramm und scheiterte an den 90 Kilogramm nur hauchdünn. Am Ende entschied das minimal niedrigere Körpergewicht zugunsten Kühnes. Als nächster Bad Lausicker betrat Ivan Dolzhenko die Plattform. Mit 117,5 Kilogramm im ersten und 122,5 Kilogramm im zweiten Versuch zeigte er eine abgeklärte, reife Leistung und sicherte sich in der Juniorenklasse bis 83 Kilogramm ein starkes Silber. Seine Versuchsführung wirkte kontrolliert, seine Körpersprache selbstbewusst – ein Auftritt, der zeigt, dass hier noch viel Potenzial schlummert. Einzig und allein dem Chemnitzer Tayler Gründel, der im letzten Versuch 140 Kilogramm stemmte, musste er sich geschlagen geben. In der nächsthöheren Klasse griff sein älterer Bruder Mykhailo Dolzhenko an und legte ebenfalls eine beeindruckende Serie hin: 125, dann 132,5 und schließlich 135 Kilogramm gültig, was ihm nicht nur Silber, sondern auch eine neue persönliche Bestleistung einbrachte. Dicht dahinter lauerte Vereinskollege Timo Plath. Er meisterte 120 und 130 Kilogramm mit sichtbarer Leichtigkeit und setzte im dritten Versuch alles auf eine Karte: Mit 142,5 Kilogramm sollte er einen mutigen Angriff auf den Sieg wagen. Doch der Leipziger Leon El-Kallab hatte zuvor 140 Kilogramm sauber gedrückt – und verteidigte damit die Spitze. Plath blieb damit Bronze. Den krönenden Abschluss setzte die große Nachwuchshoffnung des KSV: Yaroslav Kholodniuk. Seine Versuchsreihe war fast schon ein Statement: 140 Kilogramm – mühelos. 147,5 Kilogramm – locker gültig. Und dann nochmal auf 152,5 Kilogramm gesteigert, technisch sauber emporgeschossen und mit breiter Brust gefeiert. Damit holte Kholodniuk nicht nur Gold, sondern auch eine weitere persönliche Bestleistung – und bestätigte eindrucksvoll, warum er als einer der spannendsten jungen Athleten des Vereins gilt.

Stille Dominanz in den Seniorenklassen

Mit dem Auftritt der KSV-Senioren kam wieder etwas mehr Ruhe ins Geschehen, aber auch eine spürbare Härte in den Entscheidungen an der Hantel. In der Senioren I bis 83 Kilogramm absolvierte Georg Rudolph einen überaus stabilen Wettkampf. Nach gültigen 120 blieben der zweite und dritte Versuch mit je 125 Kilogramm zwar liegen, doch sicherte er sich so dennoch einen starken zweiten Platz hinter Christian Hoffmann aus Aue, der mit 147,5 Kilogramm das Maß der Dinge setzte. Eine Etage höher, in der Senioren I bis 105 Kilogramm, stellte sich Martin Winkler der Konkurrenz. Er steigerte sich kontrolliert von 107,5 auf 112,5 Kilogramm und scheiterte nur knapp an 117,5 Kilogramm. Silber war ihm dennoch sicher. Gold ging hier an den Grimmaer Thomas Giesa, der mit 135 Kilogramm die stärkste Leistung des Feldes zeigte. In der Senioren II bis 93 Kilogramm meldete sich Sven Kühne mit einer makellosen Serie zurück. 140, 145 und schließlich 150 Kilogramm gültig – ein technisch sauberer Dreisatz, der ihm den unangefochtenen Sieg einbrachte und erneut seine Routine und Präzision unterstrich. Den Abschluss bildete die Senioren II bis 120 Kilogramm. Hier machte Jan Arnold einen starken Auftritt: 127,5 und 132,5 Kilogramm brachte er sicher in die Wertung und nur um Haaresbreite verpasste er die 137,5 Kilogramm. Mit 132,5 Kilogramm holte er Silber hinter Ralf Daubner aus Hausdorf, der mit 185,5 Kilogramm nicht nur den Tagessieg, sondern auch einen neuen Sachsenrekord markierte.

Feuer der Entscheidung in den Aktivenklassen

Als dann die Aktiven aufgerufen wurden, veränderte sich die Stimmung in der Halle spürbar. Die lockere Betriebsamkeit der Jugend war verflogen und die kontrollierte Ruhe der Senioren wich einer fast schon elektrisierenden Spannung. In dieser Atmosphäre betrat Fabian Keck die Plattform – und sofort war klar, dass hier etwas Besonderes passieren würde. Keck, sonst der Inbegriff stoischer Wettkampfroutine, war diesmal mit einer kaum zu zügelnden Intensität unterwegs. Der erste Versuch über 152,5 Kilogramm schoss nahezu hydraulisch nach oben – so sauber, dass man das Gefühl hatte, die Hantel würde von selbst steigen. Der zweite Versuch mit 160 Kilogramm dann ebenfalls federleicht und fast schon provozierend mühelos. Dann der Moment, in dem die Halle den Atem anhielt: 167,5 Kilogramm lagen auf und damit eine Last, die für Keck eine neue Dimension bedeutete. Die Scheiben klirrten, die Kampfrichter richteten sich auf und die Halle wurde still. Keck legte sich auf die Bank, setzte an – und explodierte von der Brust weg. Neue persönliche Bestleistung. Neue Saisonbestmarke. Und damit aktuell punktstärkster Bankdrücker des gesamten KSV. Hinter ihm folgten Martin Füssel aus Grimma und Dirk Slansky aus Chemnitz mit jeweils starken 137,5 Kilogramm – doch Keck war an diesem Tag in einer eigenen Liga unterwegs. In der Klasse bis 120 Kilogramm rückte abschließend Helge Frauendorf ins Rampenlicht. Ein Athlet, der rohe Kraft mit technischer Disziplin verbindet und genau das eindrucksvoll zeigte. 170 Kilogramm stemmte er im ersten Versuch sauber und gültig. Dann der Angriff auf 180 Kilogramm. Doch eine winzige Unkonzentriertheit ließ den Versuch zunächst scheitern – ein Moment, der die Halle kurz aufschrecken ließ. Frauendorf blieb jedoch unbeeindruckt. Atmete tief durch, sammelte sich, trat erneut an. Der dritte Versuch wurde dann zum Befreiungsschlag: 180 Kilogramm, diesmal beanstandungslos nach oben gedrückt und damit Gold sowie eine der höchsten Tagesleistungen überhaupt. Lukas Goller aus Chemnitz folgte mit 152,5 Kilogramm auf Rang zwei.

Stimmung, Stärke und der Blick nach vorn

Was den Wettkampftag zudem prägte, war die durchweg herzliche Atmosphäre in der Halle. Zwischen Anfeuerungsrufen, kurzen Fachgesprächen und dem Klang der Hantelscheiben blieb immer Raum für Begegnungen – ein Miteinander, das den Charakter des Kraftsports in Bad Lausick seit Jahren ausmacht. Für das leibliche Wohl war ebenfalls bestens gesorgt: Die Total‑Tankstelle Dedekind aus Bad Lausick unterstützte den Verein großzügig mit über hundert frischgebackenen Brötchen, die bei Athleten wie Zuschauern gleichermaßen Anklang fanden. Und lange wird die Plattform nicht kalt bleiben. Bereits Anfang Juli steht das vereinsinterne Klaus‑Weber‑Gedenkturnier an – ein traditionsreicher Wettkampf, der zugleich als Auswahlrunde für die beiden KSV‑Teams in der kommenden Bankdrück‑Sachsenliga dient. Diese wiederum startet am 29. August und verspricht schon jetzt packende Mannschaftsduelle und neue sportliche Höhepunkte.

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