Meggie Rönnau (rechts) mit Bronze und Bizepspose auf dem DM-Podium in Köln

Bericht zur Deutschen Meisterschaft der Aktiven 2026 in Köln

Meggie Rönnau holt unter erschwerten Bedingungen Bronze bei der DM in Köln

Lesedauer: circa 5 Minuten

Köln. Mit großen Ambitionen, aber ungünstigen Voraussetzungen reiste Kraftdreikämpferin Meggie Rönnau vom KSV Bad Lausick am vergangenen Wochenende zur Deutschen Meisterschaft der Aktiven nach Köln. Nach langer Anreise und kurzer Nacht fehlte der 22-Jährigen zwar die erhoffte Frische, doch was folgte, war ein Wettkampf, der eindrucksvoll zeigte, weshalb sie zu den größten Nachwuchshoffnungen im deutschen Kraftdreikampf zählt. Mit Platz 3 behauptete sich Rönnau diesmal bei den „ganz Großen“ in der weiblichen Aktivenklasse über 84 Kilogramm Körpergewicht – und stellte dabei gleich vier neue persönliche Bestleistungen auf.

Ein Wettkampf voller Höhen und Tiefen

Am Samstag, den 25. Juli, machte sich die Athletin auf den Weg in die Rheinmetropole, ehe sie am Sonntagmorgen um 9.30 Uhr die Wettkampfbühne betrat. Eigentlich hatte sich das Team vorgenommen, um die Silbermedaille mitzukämpfen. Allerdings zeigte sich schon beim Aufwärmen, dass die Tagesform nicht ganz den Erwartungen entsprach – besonders in der Kniebeuge wirkten die Gewichte ungewohnt schwer. Trotz dieser frühen Unsicherheiten bewies Rönnau beeindruckende mentale Stärke. Nach einer sicheren Eröffnung mit 185 Kilogramm steigerte sie sich zunächst auf 190 Kilogramm und bewältigte im dritten Versuch starke 192,5 Kilogramm – eine neue Bestleistung und zugleich zehn Kilogramm mehr als bei ihrer letzten Deutschen Meisterschaft. Auch im Bankdrücken musste die KSV-Athletin Rückschläge verkraften. Die 100 Kilogramm im ersten Versuch gelangen beeindruckend sicher, doch die folgenden 105 Kilogramm wollten zunächst nicht fallen. Im dritten Versuch mobilisierte sie jedoch alle Reserven und drückte die Hantel erfolgreich nach oben – erneut eine Steigerung um fünf Kilogramm. Im Kreuzheben folgte schließlich der spektakulärste Teil des Wettkampfs. Die 180 Kilogramm im ersten Versuch wirkten überraschend leicht und auch die 192,5 Kilogramm im zweiten Versuch bewegte Rönnau souverän – die nächste persönliche Bestmarke. Währenddessen entbrannte an der Spitze ein packender Schlagabtausch: Jana Rudolph vom gastgebenden Kraftsport Colonia stellte im zweiten Versuch mit 223 Kilogramm einen neuen deutschen Rekord auf. Um im Rennen um Silber zu bleiben, entschied sich das Betreuerteam mutig für 205 Kilogramm im dritten Versuch – eine Last, mit der Rönnau zur Zweitplatzierten hätte aufschließen können. Doch Rudolph legte noch einmal nach und steigerte den Rekord mit beeindruckenden 230,5 Kilogramm abermals um 7,5 Kilogramm. Rönnau griff ihre 205 Kilogramm dennoch entschlossen an, geriet beim Anheben jedoch leicht nach vorn und musste den Versuch abbrechen. Auch wenn der Angriff nicht belohnt wurde, zeigte sie eindrucksvoll, dass sie inzwischen Gewichte attackiert, die sie in Reichweite der nationalen Spitze bringen. Während Rönnau um Silber kämpfte, war der Sieg früh vergeben: Die spätere Deutsche Meisterin Alisha Clark vom KSV Frankfurt dominierte die Aktivenklasse der Frauen von Beginn an. Mit einer Gesamtleistung von 588 Kilogramm – 245,5 kg in der Kniebeuge, 122,5 kg im Bankdrücken und 220 kg im Kreuzheben – war sie an diesem Tag für niemanden erreichbar und setzte sich klar vom restlichen Feld ab.

Rönnau rückt weiter an die nationale Spitze heran

Mit 192,5 Kilogramm in der Kniebeuge, 105 Kilogramm im Bankdrücken und 192,5 Kilogramm im Kreuzheben erzielte die KSV-Sportlerin ein Gesamtresultat von 490 Kilogramm. Damit steigerte sie ihre Wettkampfbestleistung um beeindruckende 20 Kilogramm und verbesserte sich in allen drei Disziplinen. Die Leistung entsprach 391,63 Wilks-Punkten – womit Rönnau der prestigeträchtigen 400-Punkte-Marke ein großes Stück näherkam. Gleichzeitig fehlen ihr nur noch zehn Kilogramm zur magischen 500-Kilogramm-Gesamtleistung, die bei den kommenden Wettkämpfen in Reichweite liegen dürfte. Das Fazit fällt entsprechend positiv aus. Die Deutsche Meisterschaft der Aktiven war vor allem ein wichtiger Härtetest auf dem Weg zur Junioren-DM in zwei Monaten. Erstmals wurde Rönnau dabei von ihrem neuen Trainer Jonah Wiendieck (Nationalkaderathlet) betreut – eine Zusammenarbeit, die auf Anhieb vielversprechend war. Der Blick richtet sich nun nach vorn: Im September soll erstmals die magische 500-Kilogramm-Marke fallen. Nach den deutlichen Leistungssteigerungen der vergangenen Monate erscheint dieses Ziel realistischer denn je.

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