Die Athleten des KSV Bad Lausick gehen nun mit vereinten Kräften ins Landesfinale

Bericht zur 2. Runde Sachsenliga im Bankdrücken 2026 in Geringswalde

Bad Lausick meldet sich überraschend an der Spitze zurück

Lesedauer: circa 10 Minuten

Geringswalde – Am vergangenen Samstag, den 12. September nahm die Sachsenliga im Bankdrücken wieder Fahrt auf. Zum ersten Mal seit vielen Jahren richtete der Geringswalder HV eine Runde wieder im frisch renovierten Bootshaus aus – und die Premiere hätte kaum gelungener ausfallen können. Modernisiert, aufgeräumt, hell, mit hochwertigem Equipment und einer Organisation, die Michél Braune und sein Team nahezu mustergültig auf die Plattform stellten. Die Athleten fanden perfekte Bedingungen vor, die Atmosphäre war freundlich, konzentriert und sportlich – genau der Rahmen, den ein Wettkampf braucht, der in diesem Jahr so eng und umkämpft ist wie selten zuvor. Für den KSV Bad Lausick begann der Tag zudem mit einem besonderen Moment: Fabian Keck stand erstmals als Kampfrichter im Einsatz. Nachdem er zuvor selbst erfolgreich gehoben hatte, richtete er nun mit ruhiger Hand und präzisem Blick. Und während Keck an der Seite der Kampfrichterbank debütierte, performten die Bad Lausicker Mannschaften auf der Plattform die sportlichen Highlights des Tages. Die zweite Mannschaft verpasste das Finale nur hauchdünn, doch die erste Mannschaft lieferte eine Leistung, die die Tabelle spürbar verschob: Mit 309,45 Punkten holte sich Bad Lausick I völlig überraschend den Vorrundensieg – noch vor dem favorisierten USV TU Dresden (300,70 Punkte) und dem stark auftrumpfenden SV 1919 Grimma (303,95 Punkte), der damit unmissverständlich andeutete, dass er in diesem Jahr Angriff auf den Thron nehmen will. Kaum jedoch gab es einen gültigen oder ungültigen Lift, der nicht sofort Auswirkungen auf die Tabelle hatte. Die Liga ist enger, spannender und unberechenbarer geworden – beste Voraussetzungen für ein Landesfinale, das nun ausgerechnet in Bad Lausick stattfinden wird. Auch die Frauenliga startete in ihre erste Hinrunde: Fortschritt Eibau/KBV Bautzen (aktuell Platz 1, 218,10 Punkte) und der USV TU Dresden (aktuell Platz 2, 215,19 Punkte) bilden in diesem Jahr das Duo der Frauenwertung, deren Finale ebenfalls in Bad Lausick ausgetragen wird. Die Kurstadt wird damit nach vielen Jahren endlich einmal wieder zum zentralen Schauplatz der sächsischen Bankdrückentscheidung.

Bad Lausick I in Topform

Die erste Mannschaft des KSV Bad Lausick fand sofort in ihren Wettkampfrhythmus. Und Helge Frauendorf setzte den Ton: 180 Kilogramm, abgelegt wie ein technisches Lehrvideo, dann 190 Kilogramm, die er mit einer Ruhe bewegte, die in der Halle fast ehrfürchtig wirkte. Nur die folgenden 195 Kilogramm wollten sich einfach nicht geschlagen geben. Sein Tageswert von 109,71 Punkten war nicht einfach stark, sondern ein Fixpunkt, an dem sich alle anderen Leistungen messen mussten. Neben ihm arbeitete Fabian Keck wie ein Metronom. 155 Kilogramm zum Einstieg, 162,5 Kilogramm im zweiten Versuch – beide Lifts präzise, kontrolliert, vollkommen unaufgeregt. Im dritten Versuch griff er dann zu glatten 170 Kilogramm und war nur einen Wimpernschlag davon entfernt, sie gültig zu machen. Der Druckweg war stabil, die Hantel stieg sauber an, doch am Ende blieb ein Arm minimal zurück. Abbruch. 104,04 Punkte standen aber am Ende doch hinter seinem Namen und jeder davon wirkte verdient. Sven Kühne wählte den klassischen Weg: erst 135, dann 142,5 Kilogramm, schließlich 147,5 Kilogramm im dritten Versuch. Drei Lifts, drei klare Entscheidungen, 95,70 Punkte und damit ein Beitrag, der die Mannschaft spürbar stabilisierte. Steven Vierig rundete das Quartett ab und lieferte die Art von Serie, die Trainer lieben: 115, 125, 130 Kilogramm, alle gültig, alle schnellkräftig, alle mit dem gleichen entschlossenen Blick. 81,53 Punkte für ihn, aber vor allem ein Gefühl von Verlässlichkeit, das die Mannschaft an diesem Tag auszeichnete.

Bad Lausick II bleibt gefährlich

Trotz des knapp verpassten Finales zeigte die zweite Mannschaft des KSV Bad Lausick in Geringswalde einen Auftritt, der die Mischung aus Nachwuchs und Erfahrung zu einer gefährlich starken Einheit werden ließ. Angeführt wurde der Durchgang von Yaroslav Kholodniuk, der sauber und flüssig mit 155 Kilogramm eröffnete und sich dann auf 162,5 Kilogramm steigerte. Zunächst technisch noch unsauber, konnte Kholodniuk diese Last im dritten Versuch jedoch selbstbewusst und kraftvoll zur Hochstrecke bringen – und damit wertvolle 93,75 Punkte. Ulf Troelenberg brachte anschließend die Ruhe ins Team, die man nur mit jahrzehntelanger Erfahrung bekommt. 130 Kilogramm zum Auftakt, 137,5 Kilogramm im zweiten Versuch, schließlich 142,5 Kilogramm gültig im dritten – 91,78 Punkte, die das Fundament der Mannschaft weiter ausbauten. Direkt danach folgte Thomas Ludwig, der mit 150 Kilogramm stark begann, 160 Kilogramm sicher aber schwer nachlegte und im dritten Versuch mutig zu 165 Kilogramm griff. Die Hantel schoss stark von der Brust weg, doch in der entscheidenden Phase verlor er minimal Druck: Der rechte Arm hing kurz nach und mit 1–2 Kilogramm weniger wäre der Versuch sicher durchgegangen – 91,59 Punkte wurden es nichtsdestotrotz. Den Abschluss setzte Timo Plath, der seine Serie mit beeindruckender Konstanz durchzog: 120, 125 und 127,5 Kilogramm, alle gültig, alle kontrolliert, alle mit derselben ruhigen Körperspannung. 81,24 Punkte für ihn und ein sauberer Schlusspunkt für die Mannschaft.

Die Wochen der Entscheidung

In den kommenden Wochen richtet sich der Blick nun voll auf den 3. Oktober, wenn das Landesfinale ab 11 Uhr in Bad Lausick ausgetragen wird. Die Kurstadt, bereits sechsfacher Landesligist, geht mit breiter Brust in das Heimfinale und hat die Chance, den siebten Titel zu holen. Doch klar ist auch: Die Konkurrenz wird nachlegen. Vor allem der USV TU Dresden dürfte zum Finale noch einige Trümpfe ausspielen und den Kampf um die Spitze weiter verschärfen. Mit Grimma im Aufwind und einer insgesamt extrem engen Liga steht ein Entscheidungstag bevor, der alles offenlässt – und Bad Lausick in eine Rolle bringt, die gleichermaßen reizvoll wie herausfordernd ist.

Ergebnisse der Männer nach der 2. Rückrunde (am 12.09.2026):

1. KSV Bad Lausick e.V. (Team 1) (615,45 Punkte)

2. USV TU Dresden (608,38 Punkte)

3. SV 1919 Grimma (Team 1) (588,21 Punkte)

4. Fortschritt Eibau / KBV Bautzen (Team 1) (573,31 Punkte)

5. Geringswalder HV (566,07 Punkte)

6. KSV Bad Lausick (Team 2) (551,91 Punkte)

7. SV 1919 Grimma (Team 2) (494,19 Punkte)

8. KSV Stöckigt (454,73 Punkte)

Ergebnisse der Frauen nach der 1. Hinrunde (am 12.09.2026):

1. Fortschritt Eibau / KBV Bautzen (218,10 Punkte)

2. USV TU Dresden (215,19 Punkte)

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